café négation http://cafenegation.blogsport.de Tue, 28 Feb 2012 17:20:17 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Ab sofort alles auf Wordpress http://cafenegation.blogsport.de/2012/02/28/ab-sofort-alles-auf-wordpress/ http://cafenegation.blogsport.de/2012/02/28/ab-sofort-alles-auf-wordpress/#comments Tue, 28 Feb 2012 17:20:17 +0000 Administrator_in Sonstiges Café http://cafenegation.blogsport.de/2012/02/28/ab-sofort-alles-auf-wordpress/ Ab sofort dient dieses Blog als Archiv.
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Im März 2012 beginnt unsere Reihe zur Analyse und Kritik Postmoderner Theorie.

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Auswertung der Reihe zur Kritik des Antisemitismus und Antizionismus im Café Négation http://cafenegation.blogsport.de/2012/02/08/auswertung-der-reihe-zur-kritik-des-antisemitismus-und-antizionismus-im-cafe-negation/ http://cafenegation.blogsport.de/2012/02/08/auswertung-der-reihe-zur-kritik-des-antisemitismus-und-antizionismus-im-cafe-negation/#comments Wed, 08 Feb 2012 15:32:11 +0000 Administrator_in Sonstiges http://cafenegation.blogsport.de/2012/02/08/auswertung-der-reihe-zur-kritik-des-antisemitismus-und-antizionismus-im-cafe-negation/ Auch wenn es eventuell nicht so stringent wirkte, wie es geplant war, haben wir uns in den letzten vier Monaten mit der Kritik am Antisemitismus und Antizionismus auseinander gesetzt. Um uns diesem Themenkomplex zu nähern begannen wir zunächst im Oktober 2011 damit den Dokumentarfilm Shoah von Claude Lanzmann gemeinsam zu schauen. Der ergreifende Film warf viele Aspekte auf, welche in den folgenden Monaten wieder aufgegriffen wurden, wie zum Beispiel Holocaust und deutsche Schuld oder die Besonderheiten des modernen Antisemitismus.
Im folgenden findet ihr nun Auswertungen der einzelnen Veranstaltungen.

“(…) das Gerücht über die Juden.” Eine Einführung zum Antisemitismus

Die Einführungsveranstaltung zum Thema Antisemitismus im November befasste sich mit der historischen Genese vom Antijudaismus bis hin zum modernen Antisemitismus.
Schon in den ersten Jahrhunderten nach Christus begann die Ausgrenzung der Juden. Den Kernpunkt bildete die Abspaltung des Christentums vom Judentum. Die fortschreitende Verflechtung von weltlichen und geistlichen Elementen erleichterte den Christen die Separierung der Juden von der Gesellschaft. Dies spiegelt sich beispielsweise in ihrer Berufstätigkeit wider; Juden und Jüdinnen durften sich nicht in Zünften organisieren, doch wurde ihnen der „teuflische“ Handel mit Geld erlaubt, was zukünftig als tragendes Element der Antisemiten dient.
Gegen Ende des Mittelalters sorgte besonders Martin Luther für den Fortbestand des Antijudaismus. Er forderte ein Religionsverbot, Arbeitszwang und die Vertreibung von Juden und Jüdinnen. Des Weiteren führte er die Möglichkeit einer Umtaufung ein. Juden und Jüdinnen sollten so ihrem Leid entfliehen können und wieder Teil der Gesellschaft werden. Doch wurde dieses Mittel kaum genutzt, nur unter Zwang fanden Umtaufungen statt.
Bis zur Aufklärung war das Weltbild der Menschen ergo von der Religion geprägt, doch mit Einsetzen der Industrialisierung wandelte sich das Bild. Es setzten sich vermehrt kapitalistische Verhältnisse durch. Als Folge bildete sich der moderne Nationalstaat mit politischen Handlungsrahmen als Basis für die kapitalistische Produktionsweise.
Doch trotz eines Umbruches des Weltbildes wurde der Judenhass in eine neue Form tradiert. Der Umschwung vom Antijudaismus zum Antisemitismus wurde nach und nach vollzogen. Die Judenfrage wurde zur sozialen Frage, die Angehörigen des Judentums wurden nun als Rasse bezeichnet, ein Ausbruch aus dem gesellschaftlichen Elend durch Umtaufung war nun nicht mehr möglich.
Die negativen Eigenschaften des Kapitalismus wurden den Juden und Jüdinnen zugeschrieben, da sie im falschen Weltbild der Antisemiten die Herrscher des Geldes waren. Im Nationalsozialismus spitzte sich die Judenfeindlichkeit bekanntermaßen erheblich zu. Laut NS-Ideologie würde der Jude raffende kapitalistische Arbeit, der Deutsche hingegen schaffende, ehrliche und gute Arbeit vollbringen. Der Jude als abstrakt unbeherrschbares kann aus Sicht der Nationalsozialisten nur durch Vernichtung beseitigt werden.
Die Referentin führte weiter aus, dass der moderne Antisemitismus nach der Shoah zum globalen Phänomen geworden ist. Doch ist er oft nicht offensichtlich aggressiv, sondern eher subtil.
Sehr kritisch zu betrachten seien besonders islamistische Regime wie der Iran, welche fortwährend die Existenz Israels gefährden, betonte die Referentin am Ende des Vortrags.
Zusammenfassend ist zu sagen, dass wie schon Adorno und Horkheimer feststellten, der Antisemitismus auf einer falschen Projektion basiert, dass der Antisemit versucht das Abstrakte zu personalisieren und dies auf den Juden überträgt und er somit zum allgegenwärtigen Feindbild avanciert, welches nur durch Vernichtung zu bewältigen ist.

Kritik des (linken) Antizionismus

Am 18.12.2011 war der Historiker Olaf Kistenmacher aus Hamburg im Cafe Negation zu Gast und hielt einen Vortrag zur Thematik des linken Antizionismus.
Neben der allgemeinen Auseinandersetzung mit der Begrifflichkeit des Antizionismus, widerspricht Kistenmacher der Annahme, dass sich ein genuiner linker Antizionismus erst nach 1945, mit Zerschlagung des Nationalsozialismus, in der deutschen Linken entwickeln konnte.
Er kritisiert, dass der linke Antizionismus, unter anderem der des antiimperialistischen und globalisierungskritischen Teils, entgegen der allgemeinen Auffassung nicht allein durch einen „sekundären Antisemitismus“ oder einem „Schuldabwehrantisemitismus“ begründbar ist. Der sekundäre Antisemitismus, so Kistenmacher, den Gedanken Adornos folgend,
ist ein Produkt abgewehrter Schuldgefühle, die bei der Auseinandersetzung mit den Verbrechen der Nazis entstehen und dann auf JüdInnen und den jüdischen Staat projiziert werden.
Diese anerkannte Ursache des Antizionismus ergänzt Kistenmacher mit historischen Befunden. Seine These lautet, dass die Feindschaft gegen die Idee des Judenstaates auch bereits seit Anfang des 20.Jahrhunderts ein Element linken Movens gewesen sei: Schon in den 1920er Jahren setzten KommunistInnen Zionismus mit Nationalsozialismus gleich. Das Programm der KommunistInnen, welches JüdInnen mit dem Kapital identifizierte, so wie es auch die Nazis taten, legte einen Antisemitismus an den Tag, welcher auch die zionistische Bewegung angriff. Schuldabwehr ist nach Kistenmacher somit nicht allein der Antrieb eines linken Antizionismus.
Wie zu Beginn des Vortrags angekündigt, ist in der Phase 2 (Nr.41) ein Artikel von Olaf Kistenmacher zum gleichen Thema veröffentlicht worden.

Antisemitismus in der DDR

Mit dem Referat „Juden in der DDR– zwischen Toleranz, Ignoranz und Repression“ bildete Johanna Stoll, Mitarbeiterin des Hatikva e.V., im Januar den Abschluss der Reihe zur Kritik des Antisemitismus.
Der Vortrag war konzipiert sich der Frage zu widmen, ob und inwiefern Juden und Jüdinnen in der DDR explizitem und strukturellem Antisemitismus ausgesetzt waren, wie das Verhältnis der DDR zu Israel war und welche Einflüsse diese Situation auf die jüdische Gemeinde in Dresden hatte.
Zum Einstieg präsentierte Johanna einen historischen Abriss über die Lage der Juden in der Sowjetunion nach ’45 und ging dabei bspw. auf die stalinistischen Säuberungswellen von 1948 bis 1953 ein, in denen antisemitische Motive aufgegriffen und Juden und Jüdinnen als „wurzellose Kosmopoliten“ marginalisiert wurden.
Dies führte sie zu der These, dass das Verhältnis zu den in der DDR lebenden Juden maßgeblich durch die politische Haltung der SU mitgeprägt wurde.
Ausschlaggebend waren dabei die zugeschriebenen Differenzierungen in „Opfer des Faschismus“ und „Kämpfer gegen den Faschismus“. Jüdische Menschen konnten dabei „nur“ in die Kategorie der Opfer fallen, was sich nicht unwesentlich in deren Rentenzusprüchen bemerkbar machte.
Entschädigungszahlungen bekamen jüdische Privatpersonen mit Wohnsitz in der SBZ bzw. DDR, „Wiedergutmachungen“ für die Enteignungen jüdische Unternehmen wurden jedoch verweigert.„Wir (lassen) uns […] nicht von jenen erpressen, die uns mit dem heuchlerischen Gerede irgendwelcher besonderer Beziehungen zwischen Juden und Deutschen kommen. Ein „schuldbeladenes Gewissen“ ist „für die DDR […] längst gegenstandslos geworden.“ (Thomas Haurry: Die DDR und der „Aggressorstaat Israel)
Dieses Zitat kennzeichnete wohl ziemlich genau die Verantwortungshaltung, welche die DDR Regierung dem Staat Israel entgegnete.
Ab 1950 war die Politik der DDR maßgeblich von antizionistischen Haltungen und Handlungen gekennzeichnet, was zum Beispiel in der, unter den Ostblockstaaten in der DDR am stärksten ausgeprägtesten, Unterstützung der PLO in allen Hinsichten, zum Ausdruck kam.
Auch als souveräner Staat fand Israel keine Anerkennung, man sprach hier nur von einem „zionistischen Gebilde“.
Kurz: Hier lässt sich klar und deutlich das 3-D Modell von Dämonisierung, Delegitimation und das Messen in doppelten Standards anwenden. D.h. also, die DDR war offen und erhobenen Hauptes antizionistisch, eine Form des Antisemitismus. Gerade auch, weil der Begriff “Zionist” als ein Art begrifflicher Ersatz für “Jude” in der DDR eingesetzt wurde, wie sich rund um die Aufzeichnungen der Slansky-Prozesse zeigt: “Das Wort Jude ist eine Beschimpfung. Deshalb schreiben wir “Zionist”. Ich mache ihn darauf aufmerksam, dass “Zionist” eine politische Bezeichnung ist. Er erwidert, das sei nicht wahr, und übrigens seien dies die Weisungen, die er erhalten habe.“(Arthur London, Ich gestehe. Der Prozess um Rudolf Slansky, Hamburg 1970)
Die Slansky-Prozesse und Alltagsantisemitismus in der DDR kamen jedoch bei Johanna nur marginal zum Ausdruck.
Das Fazit, welches Johanna zog, beinhaltete die Feststellung, dass es an Auseinandersetzung mit Antisemitismus, Shoah und deutscher Schuld in der DDR mangelte und dass die Politik der DDR klar von einer stark ausgeprägten antizionistischen Haltung geprägt war.
Obwohl der Titel dieses Referates vermuten lässt, dass es sich hierbei um deutlichen Antisemitismus handelte, charakterisierte sie die Haltung gegenüber Juden und Jüdinnen, welche in der DDR lebten, eher als gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit anstatt als expliziten Antisemitismus, da dieser nicht als kohärent zu jenem in Nazideutschland aufzufassen sei.
Neue Begrifflichkeiten müssten also her.
Inwiefern nun Antizionismus als Form des Antisemitismus gewertet werden kann, lässt sich mit Sicherheit streiten. (Ein Mitschnitt ist diesmal leider fehlgeschlagen.)

Literaturhinweise:

Die Protokolle der Weisen von Zion. Die Legende der jüdischen Weltverschwörung. Beck, München 2007
Ephraim Carlebach Stiftung. Sächsische Landeszentrale für politische Bildung: „Antisemitismus in Sachsen im 19. und 20. Jahrhundert“, ddp goldenbogen, Dresden 2004
Eschwege, Helmut: Geschichte der Juden im Territorium der ehemaligen DDR. Eigenverlag 1989
Frindte, Wolfgang: Inszenierter Antisemitismus. Eine Streitschrift; Wiesbaden 2006
Goschler, Constantin/ Lillteicher, Jürgen (Hg.): „Arisierung und Restitution. Die Rückerstattung jüdischen Eigentums in Deutschland und Österreich nach 1945 und 1989“, Wallstein Verlag
Kessler Mario: „Die SED und die Juden – zwischen Repression und Toleranz. Politische Entwicklungen bis 1967“, Akademie Verlag
Voigt, Sebastian: Das Verhältnis der DDR zu Israel, bpb 2008

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Café Négation, Januar 2012: Antisemitismus in der DDR http://cafenegation.blogsport.de/2011/12/25/cafe-negation-januar-2011-antisemitimus-in-der-ddr/ http://cafenegation.blogsport.de/2011/12/25/cafe-negation-januar-2011-antisemitimus-in-der-ddr/#comments Sun, 25 Dec 2011 16:22:18 +0000 Administrator_in Sonstiges Diskussion Café Dates http://cafenegation.blogsport.de/2011/12/25/cafe-negation-januar-2011-antisemitimus-in-der-ddr/ Im Januar wird Johanna Stoll vom Hatikva Dresden zur Genese der jüdischen
Gemeinde Dresden seit 1945 und damit verbunden über Antisemitimus in der DDR
referieren.

„Juden in der DDR – zwischen Toleranz, Ignoranz und Repressionen“

Die DDR verstand sich selbst als demokratischen, antifaschistischen und antikapitalistischen Staat, in dem es für rassistische und antisemitische Ideologien keinen Raum gab. Die ersten Nachkriegsjahre im Osten Deutschlands waren geprägt durch den Willen zu einem konsequenten politischen Neuanfang. Für den Aufbau dieses antifaschistischen Staates setzen sich aktiv auch jene Jüdinnen und Juden ein, die den Holocaust durch Emigration oder in den Konzentrationslagern und Gefängnissen der Nazis überlebt hatten und ganz bewusst in diesen Teil Deutschlands (zurück) gekommen waren.

Wie jedoch gestaltete sich das Verhältnis zwischen der DDR-Führung und den hier lebenden Juden und ihren Gemeinden? Wie sah die DDR den Staat Israel? Gab es in der DDR strukturellen und individuellen Antisemitismus und Antizionismus? Wenn ja, wo waren die Ursachen dafür und welche Auswirkungen hatten derartige Einstellungen auf die in der DDR lebenden Jüdinnen und Juden und deren Gemeinden?

Mit diesen Fragen setzt sich der Vortrag „Juden in der DDR – zwischen Toleranz, Ignoranz und Repressionen“ auseinander, theoretisch und am Beispiel der Jüdischen Gemeinden in Sachsen.

Referentin:Johanna Stoll (Dipl.soz.päd./ Mitarbeiterin HATiKVA e.V.)


[Honecker und Arafat]

Sonntag, 15.01.12
ab 15h @ RM 16

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Audio-Mitschnitt: Kritik des linken Antizionismus http://cafenegation.blogsport.de/2011/12/23/audio-mitschnitt-kritik-des-linken-antizionismus/ http://cafenegation.blogsport.de/2011/12/23/audio-mitschnitt-kritik-des-linken-antizionismus/#comments Fri, 23 Dec 2011 19:38:37 +0000 Administrator_in Sonstiges http://cafenegation.blogsport.de/2011/12/23/audio-mitschnitt-kritik-des-linken-antizionismus/ Olaf Kistenmacher referierte am 18. Dezember über linken Antizionismus, welcher sich besonders in der ‚Roten Fahne‘ nachvollziehen lässt. Zur Veranschaulichung sei hier neben dem Audio-Mitschnitt auch auf die Zitat- und Bildersammlung des Vortrages verwiesen.

Cafe Dezember: Olaf Kistenmacher zur Kritik des linken Antizionismus by cafenegation2

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Café Dezember ’11 http://cafenegation.blogsport.de/2011/11/27/cafe-dezember-11/ http://cafenegation.blogsport.de/2011/11/27/cafe-dezember-11/#comments Sun, 27 Nov 2011 14:51:20 +0000 Administrator_in Diskussion Café Dates http://cafenegation.blogsport.de/2011/11/27/cafe-dezember-11/ Kritik des (linken) Antizionismus

Seit dem 19. Jahrhundert lehnte die Mehrheit der sozialistischen und
kommunistischen Linken den Zionismus ab. Diese Position wurde, wenn man
neueren Veröffentlichungen zum Antisemitismus in der Linken folgt, erst
nach 1945 problematisch. Bis dahin soll es sich um eine rein politische
Haltung gehandelt haben, erst nach 1945 diente der Begriff “Zionismus”
dazu, die Verfolgungen von Jüdinnen und Juden in den sozialistischen
Staaten unter Stalin zu rechtfertigen.

Der Vortrag rekonstruiert an ausgewählten historischen Beispielen die
Geschichte des Antizionismus innerhalb des Marxismus-Leninismus und
zeigt, welche
Gründe für die Ablehnung des Zionismus angeführt wurden und welchen
Bedeutungswandel der Begriff “Zionismus” seit Beginn des 20. Jahrhunderts
erfuhr. Dabei wird der Vortrag deutlich machen, inwiefern der Antizionismus
der Kommunistischen Partei Deutschlands schon vor 1933 antisemitische Züge
trug und sich gegen Jüdinnen und Juden richtete, die die Idee eines
jüdischen Staates in Palästina ablehnten.

Referent: Olaf Kistenmacher, Historiker, kommt aus Hamburg.

Sonntag, 18.12.11
ab 15h @ RM16

Jüngere Veröffentlichungen zum Thema:
Klassenkämpfer wider Willen. Die KPD und der Antisemitismus in der Weimarer
Republik, Jungle World 28, 14. Juli 2011.
Vom “Judenkapital” zur “jüdisch-faschistischen Legion in Jerusalem”. Zur
Entwicklung des “Antizionismus” in der Kommunistischen Partei Deutschlands
in der Weimarer Republik, 1925-1933, in: associazione delle
talpe/Rosa-Luxemburg-Initiative Bremen (Hg.): Maulwurfsarbeit. Aufklärung
und Debatte, Kritik und Subversion, Berlin 2010, S. 84-95.

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http://cafenegation.blogsport.de/2011/11/27/cafe-dezember-11/feed/
Gemeinsamer Stadtrundgang zur Geschichte der Verfolgung und Vernichtung der Jüdinnen und Juden in Dresden im Nationalsozialismus http://cafenegation.blogsport.de/2011/11/26/gemeinsamer-stadtrundgang-zur-geschichte-der-verfolgung-und-vernichtung-der-juedinnen-und-juden-in-dresden-im-nationalsozialismus/ http://cafenegation.blogsport.de/2011/11/26/gemeinsamer-stadtrundgang-zur-geschichte-der-verfolgung-und-vernichtung-der-juedinnen-und-juden-in-dresden-im-nationalsozialismus/#comments Sat, 26 Nov 2011 19:08:09 +0000 Administrator_in Sonstiges Dates http://cafenegation.blogsport.de/2011/11/26/gemeinsamer-stadtrundgang-zur-geschichte-der-verfolgung-und-vernichtung-der-juedinnen-und-juden-in-dresden-im-nationalsozialismus/ Seit 2008 existiert die Möglichkeit das audioscript in Dresden für eine Erinnerungskultur zu nutzen, welche nicht die vermeintlich deutschen Opfer des NS in Dresden in den Fokus rückt. Wir wollen mit euch zusammen diesen Stadtrundgang zu verschiedenen Orten durchführen. In einzelnen Audiotracks wird der antisemitische Wahn in Dresden exemplarisch aufgezeigt. Dabei wird vor Allem das individuelle Leiden durch das Verwenden von autobiographischem Material von Überlebenden stark gemacht und dieses in den Kontext einer kritischen Theorie gestellt, die die Shoa nicht historisiert, sondern sie als Zivilisationsbruch zum Ausgangspunkt jedes philosophischen Überlegens macht.
Der Rundgang soll uns und euch als Motivation dienen dieses Projekt kennen zu lernen. Ebenso soll eine Auseinandersetzung mit der dresdner (Nazi-) Stadtgeschichte angestoßen werden. Ihr benötigt dafür einen MP3 Player, auf den ihr euch die Tracks ladet.

Wann:
Sonntag, 11.12.11
14h @ Stadtmuseum Dresden

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Mitschnitt Café November ’11 http://cafenegation.blogsport.de/2011/11/26/mitschnitt-cafe-november-11/ http://cafenegation.blogsport.de/2011/11/26/mitschnitt-cafe-november-11/#comments Sat, 26 Nov 2011 16:28:50 +0000 Administrator_in Café http://cafenegation.blogsport.de/2011/11/26/mitschnitt-cafe-november-11/ Für alle die Interesse am Vortrag zur Kritik des Antisemitismus haben, hier der Mitschnitt:

Café Négation: Einführung Kritik Antisemitismus by user5525902

Zu weiterführenden Beschäftigung sei an dieser Stelle auch auf das Café Critique und die Internetpräsenz von Honestly-Concerned, welche sich aktuellen Fällen von Antisemitismus in den Medien widmen.

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Café im November http://cafenegation.blogsport.de/2011/11/01/cafe-im-november-2/ http://cafenegation.blogsport.de/2011/11/01/cafe-im-november-2/#comments Tue, 01 Nov 2011 12:56:21 +0000 Administrator_in Sonstiges Café Dates http://cafenegation.blogsport.de/2011/11/01/cafe-im-november-2/ “(…) das Gerücht über die Juden.” Eine Einführung zum Antisemitismus.

„Antisemitismus ist das Gerücht über die Juden.“ Mit dieser kurzen Formel benannte Adorno den Gehalt und die Form des Antisemitismus. Eines der langlebigsten und liebgewonnenen Gerüchte ist dabei die Vorstellung von der uneingeschränkten Macht „des Juden“ im Wirtschaftsleben. Eine Weltdeutung, die nahezu gegen jede Form der Aufklärung resistent ist. Warum und wie es dazu gekommen ist, soll der einführende Vortrag historisch skizzieren. Ausgehend vom christlich motivierten Antijudaismus des Mittelalters und der Frühen Neuzeit bis hin zur Vernichtungsideologie des Nationalsozialismus wird das gesellschaftsfähige Ressentiment vorgestellt. Nach Auschwitz ist aber weder der Antisemitismus noch der Vernichtungswille Geschichte, im Gegenteil: der moderne Antisemitismus schlägt sich in allen Teilen der Gesellschaft Bahn. Daher ist auch der moderne Antisemitismus und seine verschiedenen Spielarten Gegenstand des Vortrags.

Sonntag, 20.11.11
ab 15h
Klub RM 16 Dresden

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Café Oktober http://cafenegation.blogsport.de/2011/10/03/cafe-oktober/ http://cafenegation.blogsport.de/2011/10/03/cafe-oktober/#comments Mon, 03 Oct 2011 08:56:29 +0000 Administrator_in Café http://cafenegation.blogsport.de/2011/10/03/cafe-oktober/ Im Oktober wollen wir, in Koorperation mit dem Klub EigenArt, den insgesamt neunstündigen Dokumentarfilm SHOAH von Claude Lanzmann mit euch zusammen ansehen und diskutieren. Im Film selbst kommen in Interviews sowohl Täter_innen, als auch überlebende Opfer des Holocaust zu Wort. Dies ist durchaus kein seichter Filmabend. Für uns als Veranstalter_innen ist es daher auch grotesk ein Stück Kuchen zu einer ‚entspanntem Holocaustinszenierung‘ zu genießen. Wir haben uns deshalb dazu entschieden kein Essen anzubieten.
Wir hoffen, dass wir uns in einer Diskussion dem bis heute aktuellen Phänomen des Antisemitismus nähern können. Adorno und Horkheimer kennzeichneten diesen in Elemente des Antisemitismus folgendermaßen:

„Die Juden sind heute die Gruppe, die praktisch wie theoretisch den Vernichtungswillen auf sich zieht, den die falsche gesellschaftliche Ordnung aus sich heraus produziert.“1

Samstag und Sonntag, 22.+ 23. Oktober 2011
Beginn: 15h
Robert-Matzke-Straße 16 Dresden

  1. Horkheimer Max, Adorno Th. W.: Dialektik der Aufklärung. Philosophische Fragmente, Frankfurt a.M. 2008, S.177. [zurück]
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Review: August bis September im Café Négation http://cafenegation.blogsport.de/2011/10/01/review-august-bis-september-im-cafe-negation/ http://cafenegation.blogsport.de/2011/10/01/review-august-bis-september-im-cafe-negation/#comments Sat, 01 Oct 2011 09:01:34 +0000 Administrator_in Sonstiges Café http://cafenegation.blogsport.de/2011/10/01/review-august-bis-september-im-cafe-negation/ Im ersten Cafe aus der Reihe “Kapitalismuskritik und regressive Kritik” sollte eine Grundlage für die weiteren Veranstaltungen geschaffen werden, indem die marxsche Analyse der kapitalistischen Gesellschaftsformation umrissen wurde. Dazu wurden eingangs die grundlegenden Kategorien Wert, Ware, abstrakte und konkrete Arbeit, sowie Wert- und Warenfetisch erklärt, um in einem zweiten Teil anhand verschiedener Texte den Warenfetisch näher zu betrachten.
Bei der Auswertung der Textarbeit stellte sich jedoch heraus, dass das einseitige Fokussieren auf den Fetischcharakter wenig hilfreich war oder zumindest auch eine Textarbeit an den Grundbegriffen selbst hilfreich gewesen wäre. Auch eine nähere Erläuterung der Wertformanalyse hätte sicher nicht geschadet, auch wenn fraglich bleibt, ob das in dem gegeben zeitlichen Rahmen ohne zu große Vergröberungen geglückt wäre.
Abschließend blieb festzuhalten, dass die Lektüre der guten alten blauen Bücher niemandem durch einen Workshop abgenommen werden kann; in diesem Sinne viel Spass mit MEW 23-25 :)

Im August referierte dann Sebastian Voigt zu Historie und Gegenstand des Antiamerikanismus. 9/11 und die daraus entstandenen Verschwörungstheorien, sowie Ressentimentwellen und die überwiegend amtiimperialistische Grundhaltung der deutschen Linken, seien ausschlaggebend für seine tiefgreifende theoretische Auseinandersetzung mit dem Antiamerikanismus gewesen, welcher bereits eine lange Tradition aufweisen würde.
Dabei wurde als grundlegend für die Analyse und das Verstehen dieses Phänomens die nötige Differenzierung zwischen aktueller Tagespolitik der USA und einer ideologische Ebene, in welche Ressentiments wie bspw. Kulturlosigkeit und Materialismus, eingebettet wären, dargelegt.
Grundsätzlich wurde Antiamerikanismus durch drei Kriterien charakterisiert. Einerseits die Dämonisierung (Vergleich der USA mit dem Nationalsozialismus), weiterhin die Deligitimation (bloße Existenz der USA wird als Weltübel betrachtet) und schließlich das Messen mit doppelten Standards ( z.B. jeder US Militäreinsatz löst Demonstrationen aus, Solidarität mit den Widerständen gegen arabische Regime bleibt aber überwiegend aus).
Der Referent erläuterte weiterhin, dass aufgrund der amerikanischen Geschichte, die ursächlich für das Fehlen einer Leitkultur ist, die eigene Identität nicht an ein homogenes Kollektiv gekoppelt sei, sondern sich auf einen gemeinsamen Wertekanon beruft, was somit Individualismus ermögliche. Damit sei auch eine Gleichsetzung von bspw. deutschem und amerikanischem Nationalbewusstsein falsch und impliziert damit auch, dass die Konstitution von Antiamerikanismus oftmals auch mit fehlender Analyse ideologischer und historischer Gehalte einhergeht und diese somit umso mehr fordert.
Hass auf Amerika (Sebastian Voigt) by cafenegation

Rüdiger Mats nahm im September schließlich eine Analyse der kapitalistischen Zustände der letzten zwanzig Jahre vor. Die Krise als zyklisches Strukturproblem wurde dabei näher beleuchtet. Ebenso wurde die Verschlechterung der Lebensverhältnisse (besonders in Form von Armut) nachgezeichnet. Die Skepsis gegenüber der Marktwirtschaft würde durch solche Phänomene zwar wachsen, allerdings könne sich der Staat bei Wirtschaftskrisen immer wieder als Retter generieren, beziehungsweise würde er dies direkt von Keynesianer_innen, welche eine bessere Verwaltung des Kapitalismus durch den Staat einfordern. Was daraus folgt, oder folgen sollte, sei schwer zu sagen. Die Schlagworte Arbeitskampf und Organisation waren dabei jedoch elementar. Bemerkenswert in der Diskussion war dabei, dass viele Gäste das Bedürfnis nach Handlungsanweisungen und Organisationsformen für eine Überwindung, oder wenigstens eine Alternativ-Nische zum Kapitalismus artikulierten. Die Revolution lässt allerdings weiterhin auf sich warten, wobei auch immer die Möglichkeit einer negativen Aufhebung des Kapitalverhältnisses bedacht werden muss.

Zum Schluss noch einmal ein großes Dankeschön an die Referenten, an die Rosa-Luxemburg-Stiftung für die Finanzierungshilfe, an das Coloradio und den Buchladen König-Kurt für die Koorperation, an die RM16 für die Nutzung der Räumlichkeiten und für die köstlichen veganen Cupcakes, die unseren Anspruch als Café auf eine neue Dimension befördert haben. In diesem Sinne:

Café. Cupcakes. Communismus.

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