Café Dezember ’11

Kritik des (linken) Antizionismus

Seit dem 19. Jahrhundert lehnte die Mehrheit der sozialistischen und
kommunistischen Linken den Zionismus ab. Diese Position wurde, wenn man
neueren Veröffentlichungen zum Antisemitismus in der Linken folgt, erst
nach 1945 problematisch. Bis dahin soll es sich um eine rein politische
Haltung gehandelt haben, erst nach 1945 diente der Begriff “Zionismus”
dazu, die Verfolgungen von Jüdinnen und Juden in den sozialistischen
Staaten unter Stalin zu rechtfertigen.

Der Vortrag rekonstruiert an ausgewählten historischen Beispielen die
Geschichte des Antizionismus innerhalb des Marxismus-Leninismus und
zeigt, welche
Gründe für die Ablehnung des Zionismus angeführt wurden und welchen
Bedeutungswandel der Begriff “Zionismus” seit Beginn des 20. Jahrhunderts
erfuhr. Dabei wird der Vortrag deutlich machen, inwiefern der Antizionismus
der Kommunistischen Partei Deutschlands schon vor 1933 antisemitische Züge
trug und sich gegen Jüdinnen und Juden richtete, die die Idee eines
jüdischen Staates in Palästina ablehnten.

Referent: Olaf Kistenmacher, Historiker, kommt aus Hamburg.

Sonntag, 18.12.11
ab 15h @ RM16

Jüngere Veröffentlichungen zum Thema:
Klassenkämpfer wider Willen. Die KPD und der Antisemitismus in der Weimarer
Republik, Jungle World 28, 14. Juli 2011.
Vom “Judenkapital” zur “jüdisch-faschistischen Legion in Jerusalem”. Zur
Entwicklung des “Antizionismus” in der Kommunistischen Partei Deutschlands
in der Weimarer Republik, 1925-1933, in: associazione delle
talpe/Rosa-Luxemburg-Initiative Bremen (Hg.): Maulwurfsarbeit. Aufklärung
und Debatte, Kritik und Subversion, Berlin 2010, S. 84-95.


1 Antwort auf „Café Dezember ’11“


  1. 1 Administrator_in 19. Dezember 2011 um 18:06 Uhr

    Der Veranstaltungsmitschnitt folgt in Kürze.

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