Café August

Nachdem im Juli mit einem einführenden Workshop die Reihe zur ‚regressiven
Kapitalismuskritik‘ begonnen wurde, erwartet euch am 21. August um 15h ein Vortrag von Sebastian Voigt zum Thema Antiamerikanismus.

Hass auf Amerika.
Über die historische
Entstehung und die Gegenwärtigkeit des
Antiamerikanismus

In Europa ist die politische und gesellschaftliche Besonderheit
Amerikas bis heute kaum verstanden worden. Dies ist einer der Gründe
für den weit verbreiteten Antiamerikanismus, der eine jahrhundertlange
Tradition besitzt. Wie die Auseinandersetzung um den Irakkrieg und die
Diskussion um die Wahl Barack Obamas zeigen, ist die Abneigung gegen
Amerika abhängig von der politischen Entwicklung. Dies ist aber
keineswegs als Erklärung ausreichend. Im Vortrag soll deshalb die
geschichtliche Entstehung und Entwicklung des Antiamerikanismus
beleuchtet werden.
Entgegen einer weit verbreiteten Sicht war Amerika historisch oft der
einzige Fluchtpunkt für politisch Verfolgte. Außerdem bot es für
Millionen Einwanderer, die einer schlechten wirtschaftlichen Situation
zu entfliehen suchten, die Möglichkeit eines Neuanfangs.
Aufgrund der bis heute anhaltenden Einwanderung haben sich politische
Strukturen herausgebildet, die Amerika als Nationalstaat von den
europäischen unterscheidet. Hierzu gehört auch ein Verständnis der
Staatsbürgerschaft, das immer wieder neu aushandeln muss, was es
bedeutet „Amerikaner zu sein“.

Der Referent Sebastian Voigt ist Doktorand an der Universität Leipzig.
Seine Forschungsschwerpunkte liegen u.a. bei der Ideengeschichte der
Vereinigten Staaten von Amerika und der Geschichte des modernen
Antisemitismus und Antiamerikanismus.


3 Antworten auf „Café August“


  1. 1 Area 44 19. August 2011 um 16:53 Uhr

    Besonders gut mit der Werbung der Amerikahasser*innen von ‚Dortmund stellt sich quer‘ daneben^^

  2. 2 si 06. September 2011 um 16:51 Uhr

    rassistisch und eurozentristisch ist es, allein schon den begriff „antiamerikanismus“ zu übernehmen.
    weiße europäer – egal welcher politischen meinung – gucken nach amerika und sehen nur den teil, in dem weiße so dominant sind. das sind aber die usa, nicht amerika, aber der großteil des kontinents kann ja vernachlässigt werden.
    die usa sind ein land, dass ohne genozid nicht existieren würde, aber genozid ist in europa nur der holocaust. nicht genozide in asien, afrika oder amerika, das gibt es nicht, das sind nur ethnische spannungen.
    die usa als retter darzustellen, die europa „zweimal aus der scheiße gehauen“ hätten, bedeutet eine opportunistische verzerrung von tatsachen. weder im ersten, noch im zweiten weltkrieg sind die usa als staat in die bresche gesprungen, sobald in europa im großen stil gemordet wurde. prävention oder uneigennützige hilfe aus empathie sehen anders aus – real ist aber, dass die kriege in europa fortgeschritten waren, bevor sich die usa einmischten. aus welchen gründen haben sie das getan, nur aus humanitären? wenn sie solch ein garant für sicherheit und liebhaber von menschenrechten und recht auf leben sind, warum haben sie nicht eher reagiert bzw. tun es heute nicht? sicherlich weil es eine opposition gab, aber das wäre zu kurz gedacht.
    und die usa als stabilisator? stabilisation, nein danke. krise ist nur business as usual…

  3. 3 Administrator_in 07. September 2011 um 14:02 Uhr

    Naja, ich würde sagen, du vermischst hier sehr viele Sachen und würzt das Ganze noch mit einem Quäntchen Vorurteilen. Aber der Reihe nach:
    Ich würde sagen der Begriff Antiamerikanismus wird verwendet, weil sich antiamerikanische Ressentiments ja nicht gegen die US-amerikanische Regierung richten, sondern gegen amerikanische Kultur, Politik und Gesellschaft, also das Amerikanische an sich, was eben us-amerikanisch assoziiert wird. Es wird also eine mangelnde Differenzierungsleistung auf Seiten des Ressentiments und nicht auf der Seite seiner Kritiker abgebildet.
    Und das Gepöbel mit dem Genozid glaubst du ja wohl selbst nicht. Zeig mir einen einzigen Text, in dem Genozide geleugnet werden; dass die Shoa ein Genozid mit sehr speziellen bis heute einzigartigen Bedingungen war, ist allerdings unbestreitbar.
    Und es geht überhaupt nicht darum, die USA als DEN gerechten Staat darzustellen, der in der ganzen Welt idealistisch Menschenrechte und Demokratie durchsetzt, das ist eine Unterstellung, die nicht möglich wäre, hättest du dich mit dem Inhalt des Vortrags auseinandergesetzt. Aber dass diese Themen in der US-Außenpolitik hin und wieder eine Rolle spielen und dass man auch aus falschen Gründen durchaus das richtige tun kann und dass Außenpolitik notwendig Interessenspolitik ist, nicht nur in den USA, sondern auch in Good Old Europe, da sind so Sachen, die gerne mal untern Tisch fallen.

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